Vertrauen die Zweite

"Das leuchtet ja ein mit dem Vertrauen", wurde ich gefragt, "aber wie kann ich das Vertrauen der Leute gewinnen?"

Es braucht Zeit.

Und es geht nicht durch Information, nicht durch Argumentation, nicht durch Verhandlung. Das alles lässt uns kalt oder distanziert uns sogar vom Gegenüber. Vertrauen entsteht durch Nähe und Wärme.Vieles passiert in einem entsprechenden Gespräch: Sie setzen das Gespräch durch Ihre Neugier in Gang, dann halten Sie den Mund und hören zu.

Wohlmeinendes, positiv gestimmtes Zuhören sorgt dafür, dass sich die sprechende Person entspannt und wohl fühlt. Wärme und Nähe können entstehen. Diskussionen und Argumentationen verhindern das.

Wenn Sie anderer Meinung sind, als ihr Gesprächspartner, halten Sie sich zunächst zurück. Später, wenn Vertrauen aufgebaut ist, gibt es Gelegenheit genug, sich Gehör zu verschaffen, falls es dann noch notwendig ist.

Zunächst aber ist Hören, Zuhören, Zuwendung, gute Stimmung und Gleichklang gefragt. Das erzeugt die Basis für alles weitere. Je stabiler und breiter diese Basis ist, um so herausfordernder und schwieriger kann dann das gemeinsame Projekt oder Geschäft sein.

Der Austausch von spannenden Geschichten, Begebenheiten und Anekdoten schafft Vertrauen. Wissenswertes und Fakten prägen sich viel besser ein, wenn sie über Erzählungen vermittelt werden. Außerdem lernt man sich kennen und schätzen. Überraschende Gemeinsamkeiten können innerhalb solcher Gespräche auftauchen und die Beziehung festigen.

Neulich hatte ich ein längeres Gespräch mit einer sehr neugierigen Rechtsanwältin über Bestattungen aller Art. Als Fremde haben wir uns getroffen, als Freunde sind wir auseinander gegangen. Und alles wegen ein paar Geschichten. Viele Ideen sind geboren worden, daraus werden Projekte entstehen. Es wird uns beide und viele Leute, die mit uns verbunden sind, bereichern.

Es ist viel einfacher, als wir denken. Natürlicher Austausch von Gütern und Dienstleistungen folgt dann von selbst.

Wie wär's? Lassen Sie es uns probieren.

Mit herzlichen Grüßen

Alexander Fluhr